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Setzt beim Marken-Shopping das Denken aus?
, 27.10.04
Marken sind heutzutage allgegenwärtig. Sie sind Verführer und Wegweiser im Dschungel der Waren und Angebote. Für das Lieblingslabel wird gerne auch mal tiefer in die Tasche gegriffen. Setzt denn beim Marken-Shopping das Denken aus?
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Das Signal zum hemmungslosen Bezahlen


Auflösung:
Die bunte Welt des Konsums ist mittlerweile ein bestimmendes Element unseres Lebens, der Einkaufsbummel beliebte Freizeitbeschäftigung.
Des einen Freud, des anderen Leid: Während Männer den Einkauf eher als leidige Pflicht betrachten und dazu neigen, der Produkt-Peepshow fernzubleiben, bedeutet Shopping für viele Frauen Lustgewinn und Unterhaltung. Ein öffentliches Ritual, das weit über den bloßen Vorgang des Einkaufens und Bezahlens hinausgeht.
Für Marktforscher stellt sich dabei die Frage: Warum bleibt der eine Artikel im Regal liegen, während ein anderer regen Absatz findet? „Marke“, „Image“, „Emotion“ lauten die Schlüsselwörter. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass das Käuferhirn bei Noname-Produkten vernunftgesteuert agiert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird genau analysiert. Beim Anblick einer starken Marke dagegen setzt der Verstand praktisch aus und das Gefühlszentrum übernimmt das Kommando. Die Kaufentscheidung fällt schneller. Ist eine Marke einmal emotional verankert, spielt auch der Preis nur mehr eine Nebenrolle.
Wer also bei einer ausschweifenden Shopping-Tour hemmungslos die Kreditkarte zückt, kann sich immer noch auf seine Verschaltungen im Gehirn ausreden, denn der Macht von Marken kann sich niemand so ganz entziehen.
Markenbildung zahlt sich also aus: Eindrucksvoll belegt ein Test von Chernatony & McDonald aus dem Jahr 1992. Dabei wurden den Probanden zwei Sorten Cola serviert – zunächst ohne Produktbezeichnung. 51 Prozent der Tester fanden Inhalt A besser, 44 Prozent Inhalt B, fünf Prozent schmeckten keinen Unterschied. Eine Wiederholung des Tests mit sichtbarer Produktbezeichnung brachte eine überraschende Wendung: Nachdem die Marken "geoutet" wurden, konnten sich nur noch 23 Prozent für Getränk A erwärmen, 65 Prozent waren nun von Getränk B überzeugt. Das Beispiel zeigt, wie stark der psychologische Faktor eine positive oder negative Beziehung zu Waren und Unternehmen prägt.

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