Starke Blutungen
Durch Verletzung bzw. Durchtrennen von Blutgefäßen kommt es zum Austreten von Blut aus einer Wunde. In Notfallsituationen unterscheidet man schwache und starke (lebensbedrohliche) Blutungen. Es gibt sichtbare äußere Blutungen (aus Wunden) - nur in solchen Fällen ist eine exakte Blutstillung möglich - und innere Blutungen, die nicht sichtbar sind. Blutungen können durch Gewalteinwirkung, aber auch durch Erkrankungen hervorgerufen werden. Durch Blutverlust kann es zur Störung der Kreislauffunktion kommen.
Erkennen
- Aus einer Wunde spritzt oder ergießt sich schwallartig Blut: Der Patient verliert innerhalb kurzer Zeit eine erhebliche Blutmenge
- Blutlache, deren Größe nur bei undurchlässigem Untergrund einen Rückschluss auf die Größe des Blutverlusts erlaubt
- Blutflecken in der Kleidung
Eine schwache Blutung liegt vor, wenn Blut aus einer Wunde tropft oder fließt und innerhalb einer größeren Zeitspanne nur eine geringe Blutmenge dem Körper verloren geht.
Gefahren
Eine starke Blutung kann, wenn sie nicht bzw. nicht exakt oder nicht rechtzeitig
gestillt wird, unter dem Anzeichen eines schweren Schockzustands (=Kreislaufversagen)
zum Tod führen! Bei starken Blutungen besteht oder entsteht innerhalb kurzer
Zeit Lebensgefahr, so dass wirksame Blutstillungsmaßnahmen (lebensrettende Sofortmaßnahmen)
durchgeführt werden müssen. Dabei soll der Ersthelfer auch an seine eigene Sicherheit
denken und bei der Versorgung aller Wunden wegen der Infektionsgefahr Einmalhandschuhe
tragen.
Erste Hilfe
Für die Blutstillung ist nicht die Art der Blutung sondern die Stärke der
Blutung und somit der Blutverlust entscheidend. Beinahe jede sichtbare starke
Blutung lässt sich durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsquelle
stillen. Bei der Hilfeleistung sollte jeder direkte Kontakt mit Blut vermieden
werden (Einmalhandschuhe verwenden!) Dadurch wird dem austretenden Blut Druck
entgegengesetzt, und die verletzten Blutgefäße werden zusammengepresst, so dass
das Blut nicht weiter ausströmen kann.
Blutstillung durch Fingerdruck
- Verletzten auf den Boden setzen oder legen (eventuell Decke unterlegen)
- Einmalhandschuhe anziehen
- Verletzten Körperteil hochhalten und keimfreie Wundauflage bzw. keimfreies Verbandmaterial auf die starke blutende Wunde pressen
- Fingerdruck bis zum Eintreffen der Rettung beibehalten
- Notruf veranlassen
Blutstillung durch Druckverband
- Einmalhandschuhe anziehen
- Verletzten auf den Boden setzen oder legen (eventuell Decke unterlegen)
- Verletzten Körperteil hochhalten und keimfreie Wundauflage auf die Wunde pressen
- Druckkörper aus saugendem Material, das größer als die Wunde ist (zusammengelegtes Dreiecktuch), auf die Wundauflage drücken und mit einer Dreiecktuchkrawatte fixieren (schräg Anlegen)
- Beine hoch lagern
- Notruf durchführen
- Verbundenen Körperteil hoch lagern - dies verstärkt die Wirkung des Druckverbandes - und den Druckverband ständig kontrollieren
- Bei weiterer starker Blutung einen zweiten Druckverband darüber legen oder Fingerdruck ausüben bzw. keimfreies Wundmaterial auf die Wunde pressen
- Schockbekämpfung
Nur dort, wo die Körperform es zulässt (Arm oder Bein), wenn geeignetes Verbandmaterial zur Verfügung steht und der Ersthelfer das Anlegen eines Druckverbands erlernt und geübt hat, kann der Fingerdruck durch einen Druckverband ersetzt werden.
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Letzte Aktualisierung:
05.12.2007 (Inge Smolek) |
| Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. |
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