Verätzungen
Verätzungen sind Gewebezerstörungen, die durch Einwirkung von Laugen und Säuren hervorgerufen werden. Der Grad der Schädigung ist abhängig von der Konzentration der ätzenden Stoffe, ihrer Menge und der Dauer der Einwirkung. Es gibt eine Vielzahl von Stoffen und Flüssigkeiten, die gleichzeitig Vergiftungen und Verätzungen bewirken können.
Verätzungen der Haut
Erkennen
- zunehmende Schmerzen, solange die ätzenden Stoffe einwirken
- Schorfbildung (Säuren), glasige Verquellung (Laugen)
Gefahren Schwere, tief gehende Wunden mit Infektionsgefahr - Schockgefahr bei großflächiger Einwirkung.
Erste Hilfe
- sofort die mit ätzender Substanz getränkte Kleidung entfernen (Achtung: Selbstschutz!)
- Haut mit reinem Wasser längere Zeit intensiv abspülen
- darauf achten, dass das abfließende Wasser den kürzesten Weg über die Haut nimmt, um unverletzte Körperstellen zu schützen
- keimfreien Verband anlegen (metallisiert)
- weitere Schockbekämpfung
- Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)
Verätzung der Augen
Erkennen
- krampfartiges Zukneifen der Augenlider wegen starker Schmerzen im verätzten Auge
- Rötung
Gefahren Hornhautschädigung (evtl. Erblindung)
Erste Hilfe
- Auge mit reinem Wasser 10 - 15 Minuten intensiv ausspülen; ist es dem Verletzten selbst nicht möglich, sein Auge auszuspülen (z. B. Kopf unter Wasserhahn, Brause usw.) geht man folgendermaßen vor:
- der Verletzte liegt auf dem Boden
- Kopf auf die Seite des verätzten Auges drehen
- sichtbare Bestandteile (Kalkbrösel) zunächst z. B. mit einem Taschentuch wegwischen
- mit zwei Fingern einer Hand die Lider des betroffenen Auges öffnen und aus ca. 10 cm Höhe Wasser in den inneren Augenwinkel gießen, so dass es über den Augapfel und den äußeren Augenwinkel nach außen abfließen kann (bei starkem Lidkrampf ist ein zweiter Helfer notwendig)
- Verletzten auffordern, seine Augen während des Spülens in alle Richtungen zu bewegen
- Auge keimfrei bedecken, bei schwerer Schädigung zur Ruhestellung beide Augen bedecken
- gesundes Auge schützen
- weitere Schockbekämpfung
- Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)
Verätzung des Verdauungstrakts
Bei einer Verätzung des Verdauungstraktes ist wie bei einer Vergiftung vorzugehen, da es unerheblich ist, ob die Substanz, die über den Verdauungstrakt aufgenommen wurde, "nur" giftig oder auch ätzend ist.
Gefahren Verätzungen in diesem Bereich sind besonders gefährlich, weil Durchbrüche und später starke narbige Verengungen zurückbleiben können, die die Speiseröhre für Speisen unpassierbar machen.
Erste Hilfe
- Giftreste entfernen (Mund ausspülen)
- Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich).
- Substanz bekannt: Vergiftungsinformationszentrale, anrufen und deren Anordnungen durchführen
- Vorgefundene Giftreste und Giftbehältnisse sicherstellen und dem Rettungsdienstpersonal mitgeben
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Letzte Aktualisierung:
05.12.2007 (Inge Smolek) |
| Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. |
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