Versorgung von Wunden und Verletzungen10696
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Erste Hilfe
Versorgung von Wunden und Verletzungen

Tierbisse und Insektenstiche

Äußere Verletzungen, die einem Menschen durch Tiere beigebracht werden, haben je nach den Umständen die unterschiedlichsten Folgen. Allgemein lässt sich sagen, dass Bisswunden oft nur schlecht ausheilen. Sie stellen, sofern sie nicht rasch und fachgerecht versorgt werden, eine akute Infektionsgefahr dar.

Bisse von Haus- und Wildtieren

Am häufigsten sind Bisse von Hunden, doch können auch andere Haustiere beißen. Unter normalen Umständen kommt es kaum zu Bissen von frei lebenden Tieren, eine Ausnahme bilden streunende Hunde. Unvorsichtiges Verhalten in Tiergärten kann ebenfalls zu unliebsamen Kontakten mit Tieren führen. Bissverletzungen haben durch die zunehmende Verbreitung der Tollwut eine besondere Bedeutung erlangt.

Gefahren
Neben einer ohnehin hohen Infektionsgefahr:

  • durch Eitererreger
  • durch Tetanuserreger, besteht die Gefahr der Übertragung der Tollwut.

Tollwut stellt für den Menschen eine sehr oft tödliche Infektion dar. Die Tollwutviren werden durch den Speichel erkrankter Tiere übertragen.

Erste Hilfe

  • Wunden sofort mit erträglich heißem Seifenwasser auswaschen (Tollwutviren sind hitze- und seifenempfindlich)
  • die Wunde anschließend mit Wunddesinfektionsmittel desinfizieren
  • keimfreien Verband anlegen
  • sofort Arzt oder Krankenhaus aufsuchen, um die Notwendigkeit einer Tollwutimpfung überprüfen zu können
  • das Tier, das die Bissverletzung verursacht hat, sollte, wenn irgendwie möglich, auf Tollwut untersucht werden; bei Haustieren sollte der Tierbesitzer ausfindig gemacht werden (Verletzungsanzeige)

Eine Wunde gehört auf jeden Fall vom Arzt versorgt, wenn

  • der Verletzte nicht aktiv gegen Tetanus geimpft ist
  • die Wunde ca. 2-3 cm lang und ca. 0,5 cm tief ist
  • Fremdkörper in der Wunde stecken
  • Augenverletzungen vorliegen
  • die Wunde in Gelenksnähe ist
  • eine Stichwunde im Rumpfbereich ist (wegen möglicher Verletzung innerer Organe)
  • die Wunde sich am Hand oder Fußrücken befindet (wegen möglicher Verletzung der Sehnen)
  • Bisswunden (wegen großer Infektionsgefahr)
  • Insektenstiche (wenn Allergien auftreten und wegen großer Infektionsgefahr)
  • Schusswunden vorliegen
  • die Wunde im Bereich der Geschlechtsorgane liegt (wegen großer Infektionsgefahr)

Schlangenbiss

Bei Biss heimischer Giftschlangen (Kreuzotter, Sandvipern) können Vergiftungserscheinungen zwar auftreten, sind im Allgemeinen aber nicht lebensbedrohend.

Erkennen

  • punktförmige Wunden (Fangmarken) in Stecknadelgröße
  • heftige Schmerzen
  • Schwellung
  • blaurote Verfärbung im Bereich der Bissstelle

Gefahren
Vergiftungserscheinungen (Kreislaufstörung, Schockgefahr) infolge der Gifteinwirkung sowie Wundinfektion.

Erste Hilfe

  • Verletzten Körperteil ruhig stellen
  • kalte Umschläge auf die Bissstelle
  • Schockbekämpfung
  • Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)

Insektenstiche

Insektenstiche können den Allgemeinzustand bedrohend beeinträchtigen. Einerseits ist die Verträglichkeit der Insektengifte individuell sehr verschieden (allergische Reaktionen), andererseits spielt der Ort des Einstichs eine wichtige Rolle (Mund-Rachen-Raum).

Erkennen

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Atembeschwerden bei Stich im Mund-Rachen-Raum

Gefahren
Schockgefahr durch allergische Reaktionen. Bei einem Stich im Mund-Rachen-Raum können starke Schwellungen akute Erstickungsgefahr hervorrufen. Außerdem besteht die Gefahr einer Wundinfektion.

Erste Hilfe

  • kalte Umschläge
  • bei allergischen Reaktionen: Arzt oder Krankenhaus aufsuchen
  • bei Stich im Mund-Rachen-Raum: ständig Eis lutschen lassen und kalte Umschläge um den Hals legen
  • Schockbekämpfung
  • Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)

Zeckenstich

Gefahren
Ein Zeckenstich kann gefährlich sein, weil durch ihn sowohl eine Hirnhautentzündung als auch andere Erkrankungen übertragen werden können.

Erste Hilfe

  • in der Haut befindliche Zecken werden mit einer Pinzette möglichst weit vorne erfasst, gerade so fest, dass man nicht abrutscht und ganz gerade (ohne Drehen) herausgezogen
  • Ungeimpfte sollen nach einem Zeckenstich auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen
  • bei später auftretenden Rötungen bzw. Entzündungen ist ebenfalls der Arzt aufzusuchen

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Letzte Aktualisierung:
05.12.2007 (Inge Smolek)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.