Versorgung von Wunden und Verletzungen10698
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Versorgung von Wunden und Verletzungen

Verbrennungen

Verbrennungen und Verbrühungen entstehen durch Berührung heißer Gegenstände, offenes Feuer, Hitzestrahlung, heiße Dämpfe und Flüssigkeiten sowie durch Kontakt mit elektrischem Strom. Es entstehen mehr oder minder tief greifende Gewebsschäden. Die Schwere ist abhängig von der Ausdehnung (Prozent der Körperoberfläche, die Handfläche ist 1 Prozent), der Tiefenwirkung (Verbrennungsgrade), dem Alter (Schockgefahr bei Kinder ab 5 Prozent, bei Erwachsenen ab 10 Prozent), dem Gesundheitszustand, den Zusatzverletzungen und allgemein auch von Art, Dauer und Lokalisation der Hitzeeinwirkung sowie der Höhe der Temperatur.

Erkennen
Der Grad der Verbrennung kann bei frischen Verletzungen nie eindeutig beurteilt werden, weil sich die entsprechenden Kennzeichen erst langsam entwickeln.

Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade:

  • 1. Grad: Rötung, Schwellung, Schmerz
  • 2. Grad: Blasenbildung
    • oberflächlich: starke Schmerzen
    • tief reichend; geringe Schmerzen, nur Spannungsgefühl
  • 3. Grad: Schorfbildung, Verkohlung

Gefahren
Drei Gefahren bedrohen das Leben des Verletzten: Schock: Kreislaufversagen innerhalb weniger Stunden. Bei ausgedehnten Verbrennungen kommt es zum Plasma-Austritt aus der Blutbahn ins Gewebe. Dieser Plasmaverlust führt, ähnlich wie ein stärkerer Blutverlust, zum Schock. Dabei wirkt der Verbrennungsschmerz verstärkend. Verbrennungskrankheit: Die Schwere der Schädigung hängt aber nicht nur von der Gewebsschädigung allein ab. Viel bedrohlicher sind die Folgen der Verbrennungsschocks und die durch die Verbrennung entstandenen Allgemeinstörungen des gesamten Organismus. Dabei kommt es zu Störung und eventuell auch zum Versagen der Nieren- und der Lungenfunktion. Infektion: Durch Besiedlung einer Verbrennung mit gefährlichen Keimen kommt es zu lebensgefährlicher Wundinfektion und zu verzögerter Wundheilung; unter Umständen auch zum Wundstarrkrampf.

Erste Hilfe

  • Kleiderbrände sofort löschen
  • brennende Personen in jedem Fall am Weglaufen hindern
  • Betroffene auf dem Boden wälzen
  • Flammen mit Tüchern, Wolldecken oder Kleidungsstücken ersticken
  • mit Wasser übergießen / in Wasser eintauchen

Bei Einsatz von Feuerlöschern diese nicht auf das Gesicht richten und den nötigen Abstand wahren. Es gibt auch Feuerlöscher, die nicht zum Ablöschen brennender Personen verwendet werden dürfen. Daher sind entsprechende Hinwiese auf dem vorhandenen Feuerlöscher zu beachten.

  • Kleidung vorsichtig entfernen, jedoch bereits eingebrannte Kleidungsreste nicht losreißen
  • Kaltwasseranwendung: der verbrannte Körperteil kann zur Schockbekämpfung, Dämpfung der Hitze und Schmerzlinderung möglichst sofort unter reines, fließendes kühlendes Wasser gehalten werden, bis der Schmerz nachlässt. Vorsicht: Nicht zu lange kühlen, es könnte eine zu starke Abkühlung des Körprs die Folge sein. Bei großflächigen Verbrennungen darf die Kaltwasseranwendung nur bei intaktem Kreislauf, d. h. innerhalb der ersten 30 Minuten, erfolgen, weil nach dieser Zeit erhöhte Schockgefahr besteht.
  • Keimfreie Bedeckung der Brandwunden mit Brandwundenpäckchen, mit Brandwundentüchern, mit Metallinetüchern, notfalls auch mit frischen Leintüchern
  • weitere Schockbekämpfung
  • Verbrennungen 3. Grades gehören prinzipiell ärztlich versorgt, Verbrennungen 2. Grades dann, wenn die Blasenfläche größer ist als die Handfläche des Verletzten (ca. ein Prozent)
  • Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)

Bei schweren Verbrennungen ruft man sofort die Rettung, denn eine exakte Schockbekämpfung und rascher, schonender Transport ins Krankenhaus können lebensrettend sein.

Niemals ...

  • Brandwunden mit den Fingern berühren (Infektion)
  • Hausmittel, Salben, Puder, Gelees auf Verbrennungen geben, da dies die Behandlung im Krankenhaus stören und dadurch den Verletzten schädigen könnte
  • an der Haut klebende Kleidung herunterreißen, da dadurch große Wundflächen freigelegt werden, was zu großem Flüssigkeitsverlust und somit zum Schock führen könnte; Kinder sind diesbezüglich besonders gefährdet.

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Letzte Aktualisierung:
05.12.2007 (Inge Smolek)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.