Versorgung von Wunden und Verletzungen10694
Therapien
Erste Hilfe
Versorgung von Wunden und Verletzungen

Schock

Der Kreislauf hat die Aufgabe, den ganzen Körper, vor allem aber die lebenswichtigen Organe mit Blut und somit mit Sauerstoff zu versorgen. Bei Störungen der Kreislauffunktion, etwa durch schweren Blutverlust, bei schweren Verletzungen, ausgedehnten Verbrennungen, Vergiftungen, schweren Allergien oder Herzrhythmusstörungen, kommt es zu einer Minderversorgung der lebenswichtigen Organe mit Blut und damit zu ungenügender Sauerstoffversorgung. Dies bewirkt anfangs Funktionsstörungen der lebenswichtigen Organe, später jedoch bleibende Organschäden, die zum Ausfall der Organe (Organversagen) und in der Folge zum Tod führen können. Schmerz kann diese Kreislaufstörung = Schock noch verstärken. Der Schock ist keine Sofortreaktion, sondern entwickelt sich allmählich und führt rasch zur Bedrohung des Lebens. Je frühzeitiger die Schockbekämpfung einsetzt, desto günstiger ist der Effekt. Die Schockbekämpfung sollte daher vorbeugend, schon vor Auftreten eines Schockzustandes, durchgeführt werden. Es ist daher notwendig, bei jedem Notfallpatienten bis zum Eintreffen der Rettung eine Schockbekämpfung durchzuführen.

Erkennen
Folgende Zeichen treten nicht immer alle und nicht immer gleichzeitig auf, weil der Schock sich allmählich entwickelt:

  • Teilnahmslosigkeit oder auffallende Unruhe
  • Blässe und feuchte, kalte Haut
  • Muskelzittern

Gefahren
Wird der Schock lebensbedrohlich, sieht der Notfallpatient verfallen aus und wird zunehmend teilnahmslos. Sein Bewusstsein ist getrübt,  und schließlich treten Bewusstlosigkeit, Störung der Atmung (Schnappatmung) und der Tod durch Kreislaufversagen ein.

Erste Hilfe
Schockbekämpfung: Die Schockbekämpfung zielt darauf ab, die lebenswichtigen Funktionen (Atmung und Kreislauf) zu begünstigen und aufrechtzuerhalten durch:

  • rasche, exakte Blutstillung
  • Wundversorgung (z. B. Kaltwasseranwendung bei Verbrennungen und Verätzungen)
  • Lagerung
  • dem Zustand der Verletzung bzw. des Erkrankten entsprechend möglichst schmerzfrei (z. B. flache Rückenlage mit angezogenen Beinen, flache Rückenlage mit Hochlagerung der Beine, Lagerung mit erhöhtem Oberkörper usw.)
  • Öffnen beengender Kleidungsstücke
  • Zudecken des Verletzten
  • Frischluftzufuhr in geschlossenen Räumen
  • Anhalten des Verletzten zu tiefer, langsamer Atmung
  • Schutz vor Hitze
  • Schutz vor Kälte
  • Sorgen für Ruhe
  • guten Zuspruch und Beruhigen
  • Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)

  

Arten der Lagerung
In der ersten Hilfe gibt es verschiedene Lagerungen, die Atmung und Kreislauf eines Notfallpatienten unterstützen bzw. begünstigen. Diese sind somit ein wichtiger Teil der Schockbekämpfung:

Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
Lagerung ohne Veränderung der Körperhaltung bei Verdacht auf Wirbelverletzungen
Lagerung mit erhöhtem Kopf und Oberkörper bei Schädel-Hirn-Verletzung, Schlaganfall
Oberkörper-Hochlagerung bei Brustkorbverletzungen, Atemnot, Verdacht auf Herzinfarkt
Flache Rückenlage mit angezogenen Beinen (Deckenrolle unter den Knien) bei Bauchverletzungen, akutem Bauchschmerz
Beine-Hochlagerung z. B. bei starken Blutungen an Armen oder Beinen
unterstützende Lagerung zur Ruhigstellung bei Verdacht auf Knochenbruch

Einem Verletzten, der bei Bewusstsein ist, sollte niemals eine Lagerung aufgezwungen werden. Situationsgerechte Lagerungen dienen auch der Schmerzlinderung!

In Zusammenarbeit mit:

Letzte Aktualisierung:
05.12.2007 (Inge Smolek)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.