Versorgung von Wunden und Verletzungen10699
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Erste Hilfe
Versorgung von Wunden und Verletzungen

Erfrierungen und Unterkühlungen

Erfrierungen

Erfrierungen sind örtliche Gewebeschädigungen infolge einer durch Kälte, Nässe und Wind verursachten Durchblutungsstörung. Erfrierungen treten bereits bei Temperaturen von +6 C°, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie bei Frost auf. Der Kältereiz bewirkt eine Drosselung der Blutzufuhr ins betroffene Gewebe.
Besonders gefährdet sind Körperstellen, die wenig Schutz durch Muskulatur und Gewebe haben (Zehen, Finger, Wangen, Nase und Ohren), sowie Körperstellen, die von zu enger Bekleidung umgeben sind (z. B. Schuhwerk).

Erkennen
Die Beurteilung einer Erfrierung ist äußerst schwierig und oft erst nach Tagen eindeutig möglich. In Zweifelsfällen ist daher immer eine Erfrierung anzunehmen.

Oberflächliche Kälteschädigung:

  • Anfangs Gefühllosigkeit und Blässe
  • Anschließend prickelnde Schmerzen und blaurote Verfärbung

Tiefer gehende Erfrierungen:

  • Blasenbildung mit weiß bis graublau marmorierter Verfärbung der Haut
  • Bewegungseinschränkung der betroffenen Körperteile
  • Empfindungslosigkeit (bei Berührung)
  • Starke Schmerzen

Gefahren
Ein Absterben des Gewebes führt an den betroffenen Körperstellen zu bleibenden Schäden.

Erste Hilfe

  • Beengende Bekleidung öffnen
  • Keimfreien Verband am betroffenen Körperteil anlegen
  • Warme, gezuckerte Getränke verabreichen - keinen Alkohol
  • Den Körper durch zusätzliche Kleidung oder Decken erwärmen
  • Arzt oder Krankenhaus aufsuchen

Man versucht, die Durchblutung im erfrorenen Körperteil durch Verabreichung heißer Getränke und Aufwärmen des übrigen Körpers zu normalisieren. Der geschädigte Körperteil darf weder direkt erwärmt noch mit Schnee eingerieben werden.

Unterkühlung

Als Unterkühlung bezeichnet man das Absinken der Körpertemperatur unter 36 °C durch Einwirken von Kälte, Nässe und Wind.

Erkennen
Der Unterkühlte empfindet anfangs ...

  • heftige Schmerzen, wird dann zunehmend
  • teilnahmslos,
  • müde,
  • fühlt sich beschwerdefrei und
  • schläft ein.
  • Die Atmung verlangsamt sich.

Gefahren
Bewusstlosigkeit, Atem- und Kreislaufstillstand infolge Absinkens der Körpertemperatur unter 30° C.

Erste Hilfe

  • Den Unterkühlten aufwecken bzw. wach halten
  • in Ruhelage belassen, weder bewegen noch gehen lassen
  • Vorsichtig in wärmende Decken (Kleidungsstücke) einwickeln
  • In kurzen Abständen Atmung kontrollieren, bei Ausfall der Atmung ist sofort die Herzdruckmassage und Beatmung durchführen
  • Notruf (112 in Deutschland, 144 in Österreich)

Ist der Transport in absehbarer Zeit nicht möglich (Gebirge):

  • Den Unterkühlten, wenn möglich, an einen windstillen Ort oder in einen warmen Raum (Schutzhütte) bringen
  • Kalte, nasse Kleidung entfernen und den Unterkühlten in angewärmte Decken hüllen
  • Den Unterkühlten nicht massieren, nicht frottieren; evt. warme, trockene Umschläge auf Brust, Bauch, und Nacken legen
  • Erfrierungen keimfrei verbinden
  • Heiße Getränke verabreichen, jedoch keinen Alkohol

Jede Bewegung (Massieren und Frottieren) kann nicht nur zu weiterem Wärmeverlust, Muskelrissen und erhöhtem Sauerstoffverbrauch, sondern unter Umständen sogar zum Tod (Bergungstod) führen, vornehmlich dann, wenn die Hautdurchblutung vorzeitig in Gang kommt, sich kaltes Blut aus der Körperschale in den Körperkern verlagert und diesen abkühlt.

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Letzte Aktualisierung:
05.12.2007 (Inge Smolek)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.